Der Chef der Bäder GmbH, Berthold Schmitt, hat sich auf der letzten Aufsichtsrats-Sitzung des Unternehmens erneut gegen den Erhalt der Stadtteilbäder in Nippes, Rodenkirchen und Weiden ausgeprochen. Er begründet das mit sinkenden Besucherzahlen und der Tatsache, dass die drei Bäder Verluste einfahren.
Öffentliche Bäder können nicht kostendeckend betrieben werden, weder die einfachen, älteren Bäder wie in Nippes noch Neubauten wie in Ossendorf. Sie müssen mit öffentlichen Mitteln bezuschusst werden, weil Schwimmen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist. Die Angabe, dass die drei Bäder Verluste machen, ist daher ein Nicht-Argument.
Kein Wunder ist es, dass die Besucherzahlen tendenziell zurückgehen. Das Nippes-Bad ist seit der Kürzungsrunde 2003 Gruppenbad. Es gibt gar keine Möglichkeit für nicht in Vereinen oder Gruppen organisierte BürgerInnen und Bürger, das Bad zu nutzen. Viele junge Familien, die in den letzten Jahren neu nach Nippes gezogen sind, wissen nicht einmal von der Existenz des Bades.
Es würde die Bäder GmbH wenige Tausend Euro kosten, eine Werbekampagne für das Nippes-Bad zu starten und neue Angebote für Gruppen und EinzelnutzerInnen aufzulegen. Stattdessen betont der Unternehmensvorstand in seinem Bericht, dass die Teilnehmerzahl des Gesundheitsschwimmens für Seniorinnen und Senioren leicht rückgängig ist. Die GesundheitsschwimmerInnen bildeten und bilden Kern des Widerstandes gegen die Schließung des Bades seit 2007.
Jeder noch so unbedeutende Hinweis, dass das Bad nicht beliebt sei, wird groß präsentiert. Die Tatsache, dass die Nutzung des Nippes-Bades durch Vereine und Schulen in 2009 und 2010 massiv angestiegen ist, wird damit abgetan, dass Ossendorf noch nicht fertig war und Zollstock renoviert wird. Das stimmt, aber es zeigt auch, dass es großen Bedarf an Wasserflächen gibt und das Bad sinnvoll genutzt werden kann.
Die Bäder GmbH orientiert sich in ihrer Strategie nicht an den Interessen der Schwimmerinnen und Schwimmer. Ihre Priorität liegt nicht bei wohnortnahen Bädern, die vor allem für nicht so mobile oder nicht so kaufkräftige Menschen (Kinder, Jugendliche, Senioren, Erwerblose usw.) gut zu erreichen und zu bezahlen sind. Sie setzt auf moderne Vorzeigebäder, die sich an mobiles und besser gestelltes Publikum richten. Das könnte in Zukunft die Grundlage für weitere Verteuerungen der Bäder oder Schritte Richtung Privatisierung sein.
Die Äußerungen von Bäder-Chef Schmidt und dem grünen Ratsherrn Frank während einer Aufrsichtsrats-Sitzung des Mutterkonzerns Stadtwerke im Juni machen deutlich, dass 2011 nach der Fertigstellung der Lentstraße die Schließung der NRW-Bäder droht. Der Kampf muss erneut vorbereitet werden.
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