Claus Ludwig. Sozialistischer Stadtrat. DIE LINKE.Köln

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Köln braucht ein Autonomes Zentrum

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Seit über einem Monat ist die ehemalige KHD-Kantine in der Kalker Wiersbergstraße besetzt. Das Gebäude gehört einer Tochter der Sparkasse Köln-Bonn und steht seit Jahren leer. Die BesetzerInnen fordern, dass das Gebäude für ein selbstverwaltes, autonomes Zentrum (AZ) genutzt werden kann.

Sie haben in den vier Wochen beeindruckende Arbeit geleistet. Viele Räume wurden nutzbar gemacht, vom Info-Point könnte sich die Bahn AG eine Scheibe abschneiden, jeden Tag bietet die „Volxküche“ Essen gegen Spende oder umsonst an. Täglich laufen Informations- und Diskussions-Veranstaltungen, an vielen Abenden gibt es Konzerte, Parties und andere Kulturevents. Inzwischen dürften Tausende Menschen das AZ besucht haben, ein Beweis für das große Bedürfnis nach einem nicht-kommerziellen Freiraum in Köln. Am 6. Mai nahmen 500 Menschen an einer Demonstration im strömenden Regen teil, um ihre Solidarität mit dem AZ zu zeigen.

Die BesetzerInnen haben die AnwohnerInnen in Kalk informiert und zu Nachbarschaftsfesten und Info-Veranstaltungen eingeladen. Sie widersetzen sich dem Klischee, HausbesetzerInnen seien „Chaoten“ oder „Randalierer“. Die Versuche von Kalker CDU-Politikern, die durch die Straßen scharwenzeln und vor allem älteren Menschen einreden wollen, im AZ würden sich schlimme Leute breit machen, dürften so ins Leere laufen.

In den ersten beiden Wochen gab es einzelne Provokationen der Polizei, die sich seitdem aber zurück hält. Die Sparkasse als Eigentümer versuchte es mit Panikmache und behauptete, es wäre gefährlich, die Räume zu nutzen. Die Besichtigung durch unabhängige Architekten und Statiker ergab das Gegenteil: Baulich ist die ehemalige Werkskantine in einem guten Zustand.

leute auf dem az

Die Alternative zur Nutzung des Gebäudes als autonomes Zentrum wären Leerstand und Verfall. Das Gebäude ist viele Zwecke nutzbar und gut erreichbar, gerade in Kalk wäre ein nicht-kommerzielles Zentrum für Jugendliche nicht und nicht mehr ganz so junge Menschen sehr wichtig.

Die LINKE. fordert von der Sparkasse, auf den Räumungstitel zu verzichten und mit den BesetzerInnen über eine Nutzung des Gebäudes zu verhandeln, von der Stadt fordern wir eine Unterstützung des Anliegens der BesetzerInnen.

Bei den städtischen Jugendzentren und der Arbeitsgemeinschaft der Offenen Tür (AGOT) drohen weitere Kürzungen. Köln braucht aber nicht weniger, sondern mehr nicht-kommerzielle Treffpunkte für Jugendliche. Autonomes Zentrum und städtische Jugendzentren sind für uns kein Widerspruch, beide sind nötig. Wir wenden uns gegen die Kürzungen bei der Jugz und der AGOT und fordern eine Unterstützung des Autonomen Zentrums.

Weitere Infos: http://unsersquat.blogsport.eu/

 

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