Die faschistische "Bürgerbewegung ProKöln" hat am 14. August auf dem Roncalliplatz ein erneutes Debakel erlebt, nachdem zuvor schon die zwei "Anti-Islam-Kongresse" kräftig in die Hose gegangen waren.
Nur 100 Anhänger der Rechtsextremen, überwiegend bekannte Gesichter, waren auf den Roncalliplatz vor den Dom gekommen. Trotz kurzer Mobilisierung waren die Rechten von rund 500 Antifaschisten eingekreist, darunter viele ganz junge Leute, die hinter den Absperrgittern der Polizei standen und mit ihren Rufen "Nazis raus" und "Ausländer bleiben, Nazis vertreiben" durchgehend Lärm erzeugten. Einzelne Antifaschisten hatten sich unter die Rechten gemischt, einem gelang es, das Transparent am Kundgebungs-LKW hinunter zu reißen. Die rechten Ordner, von denen erneut einige verdächtig nach Neonazi ohne Tarnung aussahen, reagierten gewalttätig auf solche Aktionen des zivilen Ungehorsams.
Die Redner auf der rechten Kungebung mussten ins Mikro schreien, damit ihre Kundgebungsteilnehmer etwas verstehen konnten. Wie üblich brüsteten sich die "ProKöln"-Funktionäre mit ihrer tollen Kundgebung und lobten sich selbst, das muss vielen Teilnehmern jedoch wie Hohn vorgekommen sein.
Die Stimmung auf antifaschistischer Seite war hingegen gut. Es flogen neben den Worten auch einige Eier und Tomaten Richtung der Rassisten. Die Aktion des CDU-Wahlkampfteams, den Domvorplatz während der Kundgebung zu fegen, bekam viel Applaus und machte die Faschisten richtig sauer. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es die Politik der etablierten Parteien ist, gerade der CDU, welche den Boden für die Faschisten bereitet. Sozialabbau und Korruption verschaffen "Pro Köln" Ansätze für ihre Demagogie, der bürgerliche und staatliche Rassismus bestätigt die Anhänger der Rechten, dass sie nur das fordern, was angeblich von der Mehrheit unterstützt wird.
Uckermann rastet mal wieder aus
Selbst beim Abmarsch waren die Rechten nicht ungestört und wurden mit Sprechchören verabschiedet. Eine Sitzblockade an der Rückseite des Roncalli-Platzes wurde von der Polizei gewaltsam aufgelöst, Augenzeugen berichteten von drei Verletzten. Eine weitere Sitzblockade auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofes ließ die Polizei gewähren und transportierte die Rechten mit einer Bahn ab, die an einer anderen Stelle des Bahnsteiges hielt.
"ProKöln"-Anhänger selbst haben Videos auf youtube eingestellt, auf denen ihr Funktionär Uckermann im Zug zu sehen ist, wie er austickt, Polizeibeamte beleidigt, andere Personen, die in der Bahn sitzen, beschimpft und eine junge Frau unter den Augen der Polizisten versucht zu treten.
Die angekündigten Kundgebungen am Samstag in Chorweiler, Mülheim und Ehrenfeld ließ "Pro Köln" ausfallen. Der Versuch von Manfred "Biedermanni" Rouhs, einen Infostand in Chorweiler aufzubauen, endete bevor er begonnen hatte. Rouhs floh vor den rund 50 Antifaschisten, raste dabei auf einige Jugendliche mit dem Auto zu, die sich per Hechtsprung in Sicherheit brachten.
Keine Entwarnung
Die "Bürgerbewegung" hat nicht das Potenzial, die Bürger zu bewegen. Auf den Kundgebungen tummeln sich immer die gleichen 50 Anhänger von "Pro Köln", manchmal ergänzt durch Leute von "Pro NRW" oder von den Verbündeten aus Belgien und Österreich. Dabei handelt es sich überwiegend um Rentner, dazu kommen einige jugendliche Möchtegern-Schlägertypen.
Aber die Unfähigkeit von "Pro Köln" in der Aktion darf kein Grund zur Entwarnung sein. Es gibt in Köln einen rassistischen Bodensatz, die Propaganda gegen die Moschee spricht darüber hinaus breitere Schichten an. "Pro Köln" ist eine Organisation der rechten Couch-Potatoes, spricht weniger aktivistische rechtsextreme Jugendliche an als vielmehr grantelnde türkenhassende Protestwähler. Das Problem "Pro Köln" wird uns auch nach den Wahlen erhalten bleiben. Beruhigend ist allerdings, dass diese rechte Truppe noch keine direkte Gefahr für Migranten und Linke darstellt, sondern jeder öffentliche Auftitt der Truppe durch ein massives Polizeiaufgebot geschützt werden muss.
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