Die Kalker Hauptstraße in Köln Samstag morgen um 10 Uhr. Normalerweise wimmelt die wichtigste Einkaufstraße in diesem Veedel Kölns jetzt schon von Menschen. Heute ist sie wie leer gefegt, nur Massen weiß-blauer Einsatzwagen, Polizisten und ein paar Hubschrauber sind zu sehen. Was ist passiert? Entschärfung einer alten Weltkriegsbombe? Ein Störfall im Chemiebetrieb? Ausbruch eines Bürgerkriegs? Oder nur ein neues Loch in der U-Bahn? Nein! Nach dem ihr für den 19. November 2011 geplanter Marsch durch das von ArbeiterInnen und MigrantInnen geprägte Kalk durch Blockaden verhindert werden konnte, hatte die rechte „Bürgerbewegung pro Köln“ für den 28. Januar erneut eine Demonstration gegen das Autonome Zentrum angemeldet. Und erneut hatten verschiedene antifaschistische Bündnisse und Organisationen zu Gegenprotesten und Blockaden mobilisiert. Obwohl niemand die Rassisten in Kalk sehen will, konnte die Polizei das „Demonstrationsrecht“ Pro Kölns diesmal leider durchsetzen.
von Conny Dahmen






Der Kölner Stadtanzeiger hat per Kommentar vom 20.1. die Linie des Polizeipräsidenten Albers, ProKöln (PK) am 28. Januar ohne Gegenwehr durch Kalk laufen zu lassen und sie zu „ignorieren“ begrüßt und erklärt alle Aktivitäten, die auf die Verhinderung rassistischer Propaganda-Märsche gerichtet sind, mehr oder weniger für dummes Zeug. ProKöln selbst frohlockt über diese Positionierung der wichtigsten Kölner Tageszeitung und freut sich auf der Website besonders, dass dieser Kommentar von Detlef Schmalenberg, einem der bisherigen Intimfeinde der rechten Organisation, stammt. KStA-Redakteur Schmalenberg hatte in der Vergangenheit häufiger über die Hintergründe von PK, vor allem über deren Kontakte zu militanten Nazis berichtet.
Aus dem Flugblatt der linksjugend.solid, Basisgruppe Köln.
Die Aktionen gegen den rechten Aufmarsch durch Kalk am 19. November waren ein voller Erfolg. Rund 1.000 Menschen waren aktiv, um Kalk gegen die Tarnkappen-Faschisten von „ProKöln“ (PK) zu verteidigen. Mehrere Hundert nahmen an Blockaden auf der Kalker Hauptstraße teil, die dazu führten, dass der rechte Aufmarsch gegen das Autonome Zentrum nach drei Stunden Warten und einer lächerlichen Runde um das Postgebäude abgeblasen wurde.
